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Susi - meine Geschi...
 

Susi - meine Geschichte und meine Erfahrungen  

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(@anonymus)
Eminent Member

Wegen Forumumstellung: Es handelt sich hier nicht um Anonymus - es ist Susi

Ich bin 50 Jahre alt, habe seit 2006 Angstzustände und seit ca. 2 Jahren Depressionen. Meine Beschwerden sind unter anderem Bauchschmerzen ( von Morgens wenn ich die Augen öffne bis Abends bis ich einschlafe ) , Gefühlslosigkeit, Unruhe , Panikattacken, Zwänge , ständig unter Druck , ewiges Gedankenkarussell .
Ich habe alles mögliche probiert . Unter anderem Psychotherapie , diverse Heilpraktiker, Chinesische Medizin , Nahrungsmittelumstellung , Nahrungsergänzungsmittel, viel , viel gelesen , EMDR Therapie ... Da durch war ich irgendwann an einem Punkt das ich nicht mehr wusste was tut mir wirklich gut, was brauche ich und was will ich .

Mach dies , mach das , mach jenes und du wirst dich gut fühlen. Soweit das ich nur noch geschaut habe was sollte mir jetzt gut tun , ich hab da zwar keine Lust drauf aber das soll ja gut für mich sein , also hab ich alles getan was die Experten meinten was gut ist . Bis ich dann selbst nicht mehr wusste was macht mir Spaß , tut mir gut und was möchte ich . Mein Leben nur nach Vorgaben Leben weil es dann ab und zu mal erträglich ist , das wollte ich auf jeden Fall nicht .

Die EMDR Therapie hat etwas geholfen aber leider nicht genug. Hypnose war meine allerletzte Hoffnung . Ich hatte Angst davor weil ich dachte ich muss die Kontrolle abgeben und ich hatte Angst nicht den richtigen Hypnose Therapeuten/in zu finden . Als ich die erste Sitzung bei Herrn Schraps hatte und merkte das ich meine Kontrolle gar nicht ab gab war ich einerseits erleichtert , andererseits dachte ich Schade . Wäre doch toll wenn ich mich da nur hin setzten muss und Herr Schraps rückt mein Unterbewusstsein zurecht , bis es mir wieder gut geht .So einfach geht es aber leider nicht . Aber das muss ich wohl selbst machen , woher soll Herr Schraps auch wissen wo bei mir alles hingehört . Bei meinen ersten Sitzungen hab ich schon geweint als ich in dem Sessel saß ( positiv gesehen - wo ich doch Schwierigkeiten hab zu Weinen ) . Eine ersten Hausaufgaben bestanden darin das Gefühl von Freiheit und ohne Druck zu sein. Bis zur nächsten Sitzung blieb ich immer in meiner Aufgabe und es ging nicht weiter darüber hinaus .Manchmal dachte ich , da muss doch mal was kommen . Aber da ich mich ja in meinen Aufgaben gerade übte keinen eigenen Druck auf zu bauen war es ja logisch das jetzt auch nicht zu tun . Das konnte ich überraschender Weise auch .Na, da hatten die Aufgaben aber schon gefruchtet, vorher wäre das unmöglich gewesen . Und ein paar Wochen später war es dann auch soweit.

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Veröffentlicht : 11/11/2019 11:46 am
(@anonymus)
Eminent Member

Wegen Forum-Umstellung: Es handelt sich hier nicht um Anonymus - es ist Susi

Als ich bei der ersten Sitzung war dachte ich, mmh und das soll funktionieren. Bis zur 4 Sitzung war ich immer hin und her gerissen .
Es kam mir zu einfach vor.

Gefühlsarbeit ist nicht einfach aber nach dem was ich alles versucht habe kam mir dieser Weg sehr einfach vor .
Am Anfang habe ich täglich meine Aufgabe gemacht und es ging mir etwas besser. Allerdings bin ich immer bis zum nächsten Termin in der Aufgabe geblieben. ( Wollte ja auch alles richtig machen )

Irgendwann war mir das zu langweilig und ich habe mir erlaubt meinen Gefühlen oder meinem Unterbewusstsein weiter zu gehen . Unfassbar was da so alles hoch kam.
Jetzt hatte ich richtig was zum Arbeiten. Und es ging immer weiter . Es ging mir danach so gut wie seit Jahren nicht mehr. Und ich konnte wieder fühlen. Ich war so zufrieden wie seit Ewigkeiten nicht mehr .
Jetzt ist etwas in meiner Erinnerung hoch gekommen das ich Verdrängt hatte. Im Moment geht es mir wieder schlechter, denke das ich das erst noch bearbeiten muss.

Aber mit Hilfe von Herrn Schraps wird das schon.
Jahrelang habe ich alles versucht was es so auf den Markt gibt gegen Angst und Depressionen, Verschiedene Therapien, Heilpraktiker, Nahrungsumstellung, sehr, sehr viele Bücher gelesen, sämtliche Tipps und Regeln beachtet die ich in den Büchern gefunden habe. Ich wusste irgendwann nicht mehr wer ich bin, ob ich bestimmte Dinge wollte oder ob ich das nur machte weil es angeblich gut für mich war.

Ich hatte so viel gelesen und gehört das ich nicht mehr wusste "will ICH das ". Jetzt werde ich gerade wieder ich.

Dafür alleine bin ich Herrn Schraps schon sehr Dankbar

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Veröffentlicht : 11/11/2019 11:47 am
(@iriste)
Eminent Member

Ich beneide dich um deinen Erfolg, freue mich aber auch sehr für dich, das du so weit gekommen bist. Ich sitze immer bei den Aufgaben fest. Kannst du beschreiben wie du an die Aufgaben rangegangen bist? Würde mich sehr interessie

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Veröffentlicht : 11/11/2019 11:47 am
(@anonymus)
Eminent Member

Wegen Forum-Umstellung: Es handelt sich hier nicht um Anonymus - es ist Susi

Danke.
Ich hing auch immer in den Aufgaben fest. Da ich das Buch von Heidi Fröhlich (eine ehemalige Patientin von Herrn Schraps, mit Reizdarmsyndrom und Ängsten) gelesen habe, dachte ich was machst du falsch ? Bei Heidi Fröhlich passiert richtig was , aber dann dachte ich, ich bin Ich und Herr Schraps sagt ja das es keine Regeln gibt !!!

Also entspannte ich mich und lies mir Zeit. Bei mir ist es auch etwas anders als bei Frau Fröhlich .
Ich komme immer zu Situationen die ich erlebt habe und die sehr schmerzhaft sind, auch nach ganz vielen Jahren noch. Aber ich denke das ist O.K.
Auch wenn ich ausschau nach dem weisen Mann halte ist er oft nicht da, ich sag mir dann einfach, dann brauch ich ihn wohl jetzt nicht und bleibe dann in meiner Aufgabe. Wie das bei mir plötzlich weiter ging kann ich gar nicht erklären.

Nur das ich mich das erste mal seit sehr, sehr langer Zeit nicht unter Druck gesetzt habe und mir Zeit gegeben habe, ohne etwas zu erwarten und dann ging es von ganz alleine.
Lg .Susi

Ich werde jetzt nach und nach den ganzen Verlauf meiner Gefühlsarbeit hier posten und hoffe das es anderen hilft.

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Veröffentlicht : 11/11/2019 11:48 am
(@he_schra-ad)
Trusted Member Admin

Für Iriste und andere:
Kleine Nebenbemerkung:
Oftmals glaubt der "gehetzte Verstand" (Leistungsdruckgesellschaft) unbedingt etwas erleben oder leisten zu müssen und wenn es nicht sofort oder so funktioniert, wie es sich der Verstand vorstellt, dann bestraft er sich mit Aussagen, wie diese:
Ich bin nicht gut genug, ich schaffe das nie, alles schaffen es - nur ich nicht, - wieso kapiere ich es nicht, es kann doch nicht so schwer sein, ich stecke fest, ich stehe still, ich habe einen Rückschritt erlebt.... usw...
Liebe Forumteilnehmer,
keiner der vorgenannten "Aussagen gegen sich selbst" ist stimmt. Es geht hier um tiefliegende Prozesse.
Niemand ist ein Roboter oder eine Maschine, obwohl die Mehrheit der westlich geprägten Menschen glauben: ICH MUSS FUNKTIONIEREN, SONST BIN ICH NICHTS WERT!
Diese Art der inneren Abwertung muss man erst ablegen, das ist nicht immer leicht.
Durch die falsche Trennung von psychischen und Körperlichen Störungen innerhalb unseren Gesundheitssystems wird es für die Betroffenen nicht leichter.Kleine Nebenbemerkung:
Oftmals glaubt der "gehetzte Verstand" (Leistungsdruckgesellschaft) unbedingt etwas erleben oder leisten zu müssen und wenn es nicht sofort oder so funktioniert, wie es sich der Verstand vorstellt, dann bestraft er sich mit Aussagen, wie diese:
Ich bin nicht gut genug, ich schaffe das nie, alles schaffen es - nur ich nicht, - wieso kapiere ich es nicht, es kann doch nicht so schwer sein, ich stecke fest, ich stehe still, ich habe einen Rückschritt erlebt.... usw...

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Veröffentlicht : 11/11/2019 11:48 am
 Susi
(@susanne)
Active Member

Dadurch, dass ich immer, von Sitzung zu Sitzung, in meiner Aufgabe blieb und nichts mehr passierte, habe ich ungeachtet meiner Symptome erst mal erkannt was mir fehlt, woher meine Unruhe kommt und der Druck den ich empfinde. Ich habe als Kind  nie das Gefühl der Geborgenheit, der Freiheit , des Vertrauens, der Sicherheit kennen gelernt.

Es gab keinen liebevollen Umgang miteinander, auch mit mir selbst bin ich nie liebevoll umgegangen, auch ich sagte mir immer ich muss , ich war immer in Habachtstellung. Gutes gab es nur bei Gegenleistung. Auch wenn das jetzt anders ist, ich das auch bewusst weiß, ich fühle es nicht aber das hatte ich ja auch nie gelernt. Gut das ich trotz innerer Zweifel Geduld hatte, bis es in meinen Aufgaben weiter ging, sonst hätte ich das nicht so deutlich gesehen und gefühlt.

Als es dann weiter ging hatte ich schon ca. 3 Wochen meine Aufgabe gemacht . Ich lag im Kornfeld und versuchte mich frei und ohne Druck zu fühlen . Das gelang mir mittlerweile sehr gut .

 

Als mir langweilig wurde, ging ich auf den Hof der hinter mir lag . Das Gefühl von Weite und Sicherheit spürte ich sehr deutlich . Ich legte mich dort auf eine Liege, die Bäuerin deckte mich zu . Ich konnte das annehmen ohne an Gegenleistung zu denken . Nach einer Zeit legte ich mich wieder ins Kornfeld, auf der Liege gefiel es mir aber besser . Mir kam der Gedanke ob ich es verdient hätte bequemer auf der Liege zu liegen, nach einigem hin und her entschied ich mich ohne schlechtes Gewissen für die Liege .

Da kam plötzlich mein Hund ( vor ca. 17 Jahren gestorben ), ich wollte mich freuen, ich war aber bedrückt, das Gefühl das ich ihm nicht gerecht geworden war kam hoch. Ich bat ihm um Verzeihung. Ich sagte ihm, wie sehr ich ihn vermisse und liebe .

 

Nach der Aufgabe ging es mir nicht so gut, ich ging jeden Tag in der Aufgabe immer wieder zu dem Hof, es war immer etwas anderes einmal war es dunkel und es fühlte sich verlassen an, genau wie mein Gefühl, das ich seit ich denken kann in mir trug .

Ich fühlte mich verlassen und hatte Angst. Dann erschien in meiner Aufgabe meine Oma, die ich nie mochte. Sie wollte, dass ich meine Mutter um Verzeihung bitte. Erst traute ich ihr nicht.  Sie und die anderen älteren Damen versprachen mir, dass sie sich um meinen Hund kümmern würden. 

 

In und nach meiner Aufgabe weinte ich viel , das tat gut .Ich machte immer weiter bis zu meiner nächsten Sitzung.

Das meine Oma in meiner Aufgabe erschien, war so komisch das ich dachte, das war nicht mein Unterbewusstsein . Als ich zwischendurch Herrn Schraps fragte, sagte er mir warum sollte ich mir bewusst meine Oma die nie nett zu mir war bewusst her holen . Stimmt, das wäre mir im Traum nicht eingefallen.

 

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Veröffentlicht : 22/11/2019 5:19 pm
 Susi
(@susanne)
Active Member
In der nächsten Sitzung wollte ich bei meinem Hund weiter machen. Herr Schraps fragte mein Unbewusstes. Ich soll in die Situation gehen, die am schmerzhaftesten ist, das war, als die Tierärztin ihm die letzte Spritze gab.
Herr Schraps fragte, was ich denke und fühle ( ich selbst wäre nicht darauf gekommen, weil ich einfach nur im Schmerz war, ich hätte es nicht benennen können). Ich wollte nicht das er mich alleine läßt. Herr Schraps fragte, ob ich das Gefühl kenne, die kleine Susi will sich nicht alleine fühlen. Da sah ich die kleine Susi, nahm sie in den Arm und sagte ihr das sie nicht alleine ist. Herr Schraps fragte, was die kleine und große Susi empfinden . Die große Susi wusste das es der Lauf der Dinge ist, die kleine Susi wollte ihn mit aller macht halten und es nicht wahr haben, sie weinte sehr.
Herr Schraps gab mir ein Kissen, ich sollte die kleine Susi trösten, ihr sagen " Du bist nicht allein ". Herr Schraps berührte meine Schultr und sagte meinem Unterbewusstsein etwas, das ich nicht wiedergeben kann weil ich auf meinen Schmerz konzentriert war, Hauptsache mein Unterbewusstsein weiß es. Das war meine Hausaufgabe.
 
Bei meiner Hausaufgabe habe ich viel geweint, von meinem Hund kam ich automatisch zu meiner Katze Mimmi , von der ich nicht genau weiß was mit ihr passierte . Gehört hab ich, das meine Mutter sie hat ertränken lassen. Ich hatte solche Schuldgefühle, weil ich sie nicht beschützen konnte .Ich frage mich ist das auch ein Grund warum ich mich immer Schuldig fühle . Ich weinte wieder sehr viel , es war auch sehr schmerzhaft . Trotzdem ging es mir in den nächsten Tagen so gut wie seit Jahren nicht mehr . Ich war ruhig , zufrieden und sehr glücklich das ich mich so fühlte ohne ein schlechtes Gewissen zu haben .
Durch die Aufgabe  kam dann zu meiner anderen Katze Niki , die ich abgegeben habe weil ich keine Wohnung mit Katze fand . Mir wurde bewusst das ich deswegen immer noch ein schlechtes Gewissen hatte obwohl es schon ca. 30 jahre her ist . ich schämte mich so sehr das ich das getan hatte, ich malte mir das schlimmste wie ihr weiteres Leben verlaufen ist.
 
Ich die immer Verantwortung predigt, hatte das getan. Das hatte ich jahrelang erfolgreich verdrängt. Da kam ich gar nicht mehr raus, ich war total verzweifelt und wusste nicht wie ich mir das je verzeihen kann. Da kontaktierte ich dann Herrn Schraps, der mir sagte das wir alle manchmal schwere Entscheidungen treffen müssen, das sind die Tränen die damals nicht fliesen konnten und das ich meinen Gefühlen freien lauf lassen soll, dass das raus muss. Ich soll mir bewusst machen das ich sie ja nicht böswillig oder in schlechte Hände abgegeben habe . Es ging mir in dieser Zeit trotzdem etwas schlechter und ich kam nicht mehr ein in die Aufgabe . Hatte aber kurz darauf meine nächste Sitzung.
 
Bis zur nächsten Sitzung sind dann noch andere Dinge hoch gekommen.
 
Mein Ex Freund, der mich angelogen und betrogen hat  damals habe ich mich auch allein und sehr erniedrigt gefühlt. Ich spürte das ich das auch noch nicht verarbeitet hatte.
 
 
 
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AntwortZitat
Veröffentlicht : 26/11/2019 7:49 pm
 Susi
(@susanne)
Active Member

Ich ging zu meiner 6. Sitzung und erzählte Herrn Schraps, dass ich nicht mehr in meine Aufgabe mit der Katze kam. Er fragte mich, warum ich ihn nicht kontaktiert hätte, er ist doch über sein Handy  erreichbar. Das war echt dumm von mir, ich wusste auch keine Antwort darauf. Wahrscheinlich, weil ich das so gewohnt war. Alles erst mal selbst zu schaffen. Ich nahm mir vor, das nächstes Mal es besser zu machen.

Herr Schraps erklärte mir oder meinem Unbewussten einiges, aber ich war so in meinen Gedanken versunken, dass ich nicht wirklich alles verstanden habe.

 

Die Sitzung begann.

Herr Schraps fragte mein Unterbewusstsein, ob ich zu meiner Katze gehensoll. Ja, kam als Antwort. Ich soll sie in den Arm nehmen. Das klappte auch, das machte ich aber völlig gefühllos. Herr Schraps fragte, ob das wirklich die Katze ist und wo denn die kleine Susi sei. Da sah ich, dass die kleine Susi die Katze war. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Mal kamen mir die Tränen mal war ich kalt, das wechselte schnell hin und her.

Herr Schraps fragte, ob die kleine doch mal die große Susi in den Arm nehmen könnte. Als sie das tat, da musste ich weinen. Ich fühlte MICH wieder. Ich bemerkte das die große Susi farblos war, die kleine Susi farblich normal war. Die kleine Susi war gefühlvoll, die große gefühllos.

 

Herr Schraps schlug vor, ich solle mir vorstellen in einer Rüstung zu stecken, dann fragte er mich, was denn schöner sei, mit oder ohne Rüstung. Ohne natürlich! Es wechselte.

Ich, die große, war farblos, sitzend und sah mit weit ausgestreckten Armen die farblich normale Susi am Rand eines Berges stehen. Sie wollte die Freiheit spüren. Im Hintergrund die farblose Susi, in die ich immer wieder zurück ging. Mein Unbewusstes wählte es als Hausaufgabe..Ich dachte, ich könnte schneller weiter machen, doch mein Unterbewusstsein zeigte einen Abstand von 6 Wochen an, bis zu nächsten Sitzung. Wie sagte Herr Schraps: Das Unterbewusstsein ist kein Roboter, es muss sich entwickeln und dafür brauch es Zeit.

Ich versuchte also die farblose Susi zu zerstören, um wieder die glückliche, zufriedene Susi seien zu können.

 

Ich habe mir schon früh in meinem Leben geschworen, dass niemand mich mehr verletzen wird. Ich übte mich darin keine schmerzenden Gefühle mehr zu zulassen. Gefühle zu zeigen war in meiner Familie ein Zeichen von Schwäche und Schwäche zeigen war gefährlich.

Das klappte immer besser, ich fühlte mich stärker und war stolz das es mir gelang.

 

Ich glaube, dass all das auch dazu beigetragen hat, dass ich 8-mal am Unterleib operiert werden musste. Deshalb bekam ich 2006 wahrscheinlich auch so starke Angstzustände. Die hatte ich besonders stark bei Dingen, die mir eigentlich Spaß machen sollten. Auto fahren war immer für mich ein großes Stück Freiheit. Die Angstzustände waren dann gerade beim Autofahren extrem.

Wenn ich etwas im Fernsehen sehe oder von jemanden höre der viel durchgemacht hat oder besonders von Tieren, denen etwas zugestoßen ist, bin ich so was von Emotional, leide extrem mit, nur bei mir selbst fällt es mir sehr schwer.

 

Ich machte jeden Tag meine Aufgabe, die farblose war ganz starr, ich versuchte sie zu zerstören, das gelang mir nicht, es war auch sehr anstrengend, sodass ich mein Unterbewusstsein an einem Tag fragte ob ich die Aufgabe heute noch mal machen sollte. Gedacht habe ich " ja bestimmt ", also konzentrierte ich mich auch auf meine Ja Hand und war total verblüfft das die Nein-Hand runter ging. Ich zweifele immer mal wieder ob das alles wirklich mein Unterbewusstsein ist, da hatte ich den Beweis! Denn bewusst hätte ich die Ja Hand gewählt.

Nach ein paar Tagen schaffte ich dann die starre Susi zu zerstören. Dann sah ich meinen Ex Mann (dazu muss ich sagen, dass wir uns nicht aus mangelnder Liebe getrennt haben, das war aus einem anderen Grund, diese Zeit der Trennung war sehr schwer für uns , 1,5 Jahre später ist er verstorben was auch sehr schwer für mich war, durch ihn lernte ich Gefühle sind keine Schwäche, man darf Gefühle zeigen.)

Als er in meiner Aufgabe erschien, sagte ich ihm wie sehr ich ihn vermisse und das er nicht gehen soll. Er sagte mir das ich das schon schaffe und ging. Ich weinte, da war aber die kleine Susi und die sagte mir das es wichtig wäre das wir zusammen sind, dass wir uns nicht mehr trennen werden. Sie umarmte mich, was aber gefühlsmäßig nichts bei mir auslöste.

Als ich danach meine Aufgabe machte war ich allein, manchmal auch bedrückt weil er gegangen war. Einmal kam er wieder, er legte die Hand auf meinen Brustkorb und sagte " alles was du brauchst ist hier drin ". Ich versuchte darauf hin Verbindung mit kleinen Susi herzustellen, das dauerte ein paar Tage bis es mir gelang.

Plötzlich waren wir in meinem alten Zimmer, mein Ex - Freund war auch da. Ich war so wütend auf ihn, ich wollte das nichts von ihm übrig blieb und bearbeitete ihn so lange bis nur noch Staub übrig war.

Mir wurde bewusst, das ich nie wütend auf ihn gewesen bin, obwohl er mich betrogen und belogen hatte, aber jetzt war ich es.

 

DAS HAT SO GUT GETAN !

Ich entwickelte so viel Energie in meiner Aufgabe, ich war sehr wütend aber gleichzeitig so lebensfroh, ich fühlte mich, als könnte ich Bäume ausreißen.

 

In meinen ganzen Therapien der vergangenen Jahre sagte man mir immer, das Wut mir als Kind geholfen hat aber jetzt sollte ich nicht mehr wütend sein. Das waren ja Experten, die das sagten, also hielt ich mich daran.

Jetzt weiß ich: so ein Quatsch, wenn es einen Grund gibt wütend zu sein, dann sei wütend. Das muss raus!

 
 
 
 
 
 
AntwortZitat
Veröffentlicht : 01/12/2019 11:42 am
(@iriste)
Eminent Member

Hallo Susi,

es tut gut Deinen Therapieweg zu verfolgen. Als ich heute deine Zeilen gelesen habe, sind mir fast die Tränen gekommen. Es berührt mich sehr. Ich stecke immer noch fest bei meiner Aufgabe, aber ich bleibe dran. Vielleicht erwarte ich Zuviel von mir, das etwas passieren muss, und deshalb komme ich nicht weiter. Ein weiterer Grund sind bestimmt auch meine Zweifel, meine Schwierigkeiten die Gefühle zuzulassen. Du bist schon einen langen Weg gegangen und hast auch viel leid erfahren. Bis bald Iriste 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 01/12/2019 3:34 pm
 Susi
(@susanne)
Active Member

@iriste

Hallo Iriste 

Das schaffst du schon ! Bei mir stockt es auch manchmal aber vieleicht brauchen wir auch mal Pause um alles zu verarbeiten . Geduld zahlt sich hierbei  ganz bestimmt aus . 

L.G. Susi 

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 03/12/2019 12:57 pm
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